Schwuppdiwupp

Während vor kurzem unsere Kanzlerin und Spitzenvertreter aus Politik und Wirtschaft in Kopenhagen auf höchster Ebene technologische und ökonomische Antworten suchten auf die globalen Herausforderungen Klimawandel und Umweltzerstörung, versäumt unsere »moderne« Gesellschaft, dafür Sorge zu tragen und zu gewährleisten, dass im eigenen Land Kinder souverän, sicher und natürlich Radfahren lernen.
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SCHWUPPDIWUPP, R.G. Fischer Verlag 2010, 128 Seiten,
Paperback € 9,80 (D), SFr 17,90
ISBN 978-3-8301-1321-8
Einband- und Satzgestaltung: Oliver Schuh, die gebrauchsgrafiker

Auch Erwachsene können angstfrei Radfahren lernen

Als ich den Artikel zu dieser Überschrift las, hatte ich entschlossen mich für den Kurs anzumelden um meine Angst vor dem Fahrradfahren abzulegen. Als dann die Post mit den Vorbemerkungen zu dem Radfahrkurs eintraf, war ich schon etwas entspannter, da ich das Gefühlt hatte, hier ist jemand der sich wirklich für die Sache einsetzt und sich damit auseinander gesetzt hat.

Erster Tag:
Die lockere aber aufklärende Einweisung, auch wenn man noch nicht alles verstand, machte es einem leicht sich auf das was jetzt auf einen zukommt, einzulassen. Es war plötzlich auch einfach, zuzugeben das man halt nicht Rad fahren kann. Und allen anderen Teilnehmern ging es wohl auch so. Und schon nach einigen Minuten auf dem Platz mit dem Roller war man ganz bei der Sache, hatte Erfolgserlebnisse und die Anspannung ging weiter zurück.

Zweiter bis vierter Tag:
Bei Ankunft wurde man immer fröhlich und direkt begrüßt, auch die Gruppe kam immer mehr zusammen. Das trug auch zu den Erfolgserlebnissen bei. Auch der Spaß am Rollerfahren war bei uns teilweise nicht zu überhören. Die einzelnen gelernten Schritte fügten sich nach und nach zu einem Ganzen zusammen, so dass wir am Donnerstag (vierter Tag) schon auf den Satteln der Räder saßen. Wackelig und noch verkrampft aber doch Rad fuhren. Was waren wir stolz, und es gab sehr viele glänzende Augen.

2. Woche:
Man lernte immer mehr auf seinen Bauch zu hören und sich nicht unter Druck zu setzen. Man wurde durch Beispiele oder“Spiele wie sei ganz traurig, sei stolz, sei hochnäsig oder Ablenkungen wie Rechenaufgaben automatisch zu einem sicheren Fahrradfahren gebracht. Bzw. man verstand, dass man beim Fahren loslassen kann um trotzdem bei der Sache zu sein. Als dann der kleine Ausflug in den Volkspark kam, waren wir etwas wie kleine Kinder voller Erwartung und es stellte sich die Frage „ob man das durchhält“ und ob man das nun „kann“. Unser Trainer hatte mehr vertrauen in unsere Leistungen als wir selber. Aber war das schön nach dem Rundkurs!!!!!!!
Und schon hatten wir wieder gelernt mehr auf unser „Gefühl“ zu hören und abzusteigen wenn einem eine Durchfahrt zu eng erschien oder die Abfahrt zu steil. Was soll’s, wenn man sich so sicherer fühlt.

Ich finde das dies ein ganz wichtiger Aspekt ist: tue nur das was Du Dir selber auch zutraust. Fühle Dich keinem Anderen gegenüber verpflichtet als Dir selber es so zu tun wie Du es willst. Denn wenn etwas passiert, sind es Deine Schmerzen. Der Andere hat keine.

kaum zu glauben

Hallo, Christian,

kaum zu glauben, am 11. Dez. hatte ich deine Mail erhalten, wollte auch ganz schnell antworten! Tempus fugit! Weihnachten mit Nachwehen in der Familie, Diplomarbeit der Tochter, Handwerker…Nun will ich mein Glück versuchen! Hatte meinem Bruder ein herrliches Buch zu Weihnachten geschenkt, falls du musikalisch bist: Radlieder – Bicycle Songs von Jens Holzäpfel, schick mal zwei Seiten mit der Post.
Nun meine Erinnerungen: Alter Flugplatz Bonames: „65-jährige flitzt mit dem Roller immer wieder vorsätzlich durch Pfützen und scheint auch noch höllischen Spaß dabei zu haben!“- Reif für die Anstalt? So geschehen am 12. August 2008.
Die Geschichte beginnt aber sehr viel früher, nämlich im Sommer 2007 als ich in der Hessenschau eine Sendung über einen Radfahrkurs am Alten Flugplatz Bonames sehe, denke und dann auch sage:“Das wär genau das Richtige für mich!???“ In der Nachkriegszeit aufgewachsen mit einem kleinen Holzroller, sehr viel später (da sind Heutige schon in der Pubertät!) einer der ersten Roller mit Ballonreifen, immer im Kopf Träume von Rollschuhen gar nicht zu Ende geträumt von einem Rad (das hatten nur der große und später der kleine Bruder!), Radfahren „gelernt“ mit 30 – für die Gesundheit. Ein Klapprad, immer wieder mit dem Auto irgendwohin transportiert, später nach Holland und begeistert gefahren – auch mal große Leihräder oder ein Tandem- Nordseeküste, Wattenmeerküste, Wind in den Haaren, herrlich – solange das Ding nur rollte. Beim Bremsen dagegen immer vorher schon Filme im Kopf, manchmal life irgendwo dagegengedonnert vor Angst, mehrmals an Mauern entlanggeschrabbt,oft schon Meter vor Kreuzungen abgesprungen, ohne Vorwarnung scharf gebremst, mit Kopfschütteln reichlich bedacht! Kurz vor dem Fahrradkurs erfahren, dass man (frau) mit der Handbremse bremsen darf ohne sich zu überschlagen – nee, wirklich?
Dann: Alter Flugplatz August 2009. Das als Kind ausgekostete Gefühl auf dem Roller zu gleiten. Rauf und runter ohne Probleme, rechts, links, Kurven, Kreise, ein Superspaß! Anlauf und dann mit beiden Beinen obendrauf durch die Pfütze! Nicht zu beschreiben, wie schön! Und mit dabei all die anderen: Hidegard, Renate, Ellen, Rita, Inge, Fareda, Gül, Anita, Antonia und wie sie alle heißen. Jede mit ihrer eigenen Fahrradgeschichte, alle für 2 Wochen zusammengeschweißt durch den Wunsch „Es“ endlich zu können. Und dann natürlich Christian: Wie ein Fels in der Brandung, nordseesturmerprobt, als Pädagogin kann ich nur sagen, der machte seine Sache super! Ermutigung, Bestätigung, Didaktik, so einen Schwimmlehrer als Kind und ich könnte sicher anständig schwimmen!
Nach dem Roller kam dann für 2 Tage das Laufrad (vorher natürlich der Muskelkater von der ungewohnten Betätigung am Vormittag!), ja mal ehrlich, wer kann sich das vorstellen? Wie niedlich die kleinen 2-jährigen immer mit dem Laufrad durch die Gegend flitzen, ich muss oft stehenbleiben und zuschauen. Das Gesicht sagt: „Ich kann´s, soooo schnell, wie toll!“ Zum Laufrad kam Wind, dass die Fahnenstangen klapperten, ab und zu auch Regen, machte aber niemandem was aus, genauso wie die Stürze, die sich nicht immer vermeiden ließen, ganz schön zäh und mutig war´n da einige (mit Christians psychologischem Geschick!).Mit dem Laufrad gab´s nun wie schon mit dem Roller ganz viele Spiele: Mit einem Bein oben, mit dem anderen Bein,mit beiden Beinen,  mit einem Bein in die Luft malen, Kreise, dann Namen schreiben, Anlauf mit Rollenlassen, hin zur Wand, weg davon, mit dem Lenker wackeln, auch mal eine Hand loslassen, Melodien im Kopf summen, und vor allem Kurven, Kurven, Kurven, denn gradeaus fährt das Rad von allein, sagt Christian.Komisch, bei mir waren die Rechtskurven leichter, bei andern wars genau umgekehrt. Aufsteigen, losfahren, absteigen, lernen, nach welcher Seite das Rad sich neigt, wenn man den Lenker rechts oder links einschlägt, dadurch nicht vom Rad umgerissen werden. Dann die vielen schönen Linien und Kurven, die Hütchen und Seile langfahren, umfahren, überfahren, abbremsen, aneinander vorbeifahren, alles mal ernst, mal lustig, immer mit Lerneffekt! In der 2. Woche gibt´s dann „richtige“ Räder, große, kleine, immer mal im Wechsel, bis jeder so sein „Lieblingsrad “ hatte und damit ging´s „richtig“ los. Am 1. Tag Runden, Runden, Runden, nun läßt Christian der Rollenspielfantasie freien Lauf:“ Ihr seid Kinder, coole Halbwüchsige, Flegel, hochnäsige Damen, Hamburgerinnen,Omas, tatterige Herrn, verschlafen… „Trick dabei: Man konnte den inneren Gruselfilm vom Stürzen etc. vergessen, den man (frau) jahrelang im Gepäck hatte. Dann ging´s mit innerem Pfeifen, Singen, ran an die Kante, weg von der Kante. Später ließ ich meinen Mann meine innere Melodie raten – er hat´s tatsächlich geschafft!
Um die 90°- Kurven hieß es immer „Schwupp-di-wupp“- Trick 17, erst kurz in die Gegenrichtung lenken, dann läßt sich das Rad fast von alleine in die gewünschte Richtung lenken.Echt gut! Schon ganz schön weit waren wir, als wir durch eine immer enger werdende Gumischnurgasse am Ende zwischen zwei Mülltonnen durchmußten – nee, ganz falsch, wir sollten ganz lässig fahren und am Ende entscheiden:Fahr ich durch oder halt ich an. Pffff, die Luft raus, Gelassenheit stellt sich ein statt dem inneren Film:“ Oje, ein Durchgang, ich fahr sicher dagegen, dagegen, dagegen“! Immer wieder mal ein Donner (nein, kein Gewitter!), selten jemand, der zu Boden ging. Gelernt Frauenautomatismus zu vergessen „oh Gott, oh Gott, schnell aufheben!“ Zwischen den einzelnen Übungen immer wieder in den Kreis kommen, neue Anweisungen bekommen. Die Stunden gehen im Flug. Dann kam der letzte Tag: Wer sich traute, durfte mit zur Ausfahrt an der Nidda. Nochmal wieder ganz neu, den Schutzraum Flugplatz verlassen.Schade, dass grade die eifrige Hildegard dabei stürzte, ich hoffe sehr für sie, sie hat später weitergemacht!
Von mir kann ich sagen: Am Wochenende darauf „Führerschein“ mit 30 km Fahrradstrecke am Mainufer von Offenbach bis Mühlheim. Sonntag. Worst Case: Nicht angeleinte Hunde, Kinder zu Fuß und auf dem Rad, Spaziergänger ohne Führerschein, Omas ( bin zwar selber eine!), nur abgestiegen, wenn ich es wollte bzw. notwendig fand. Bisschen an der Grenze, aber super für´s Selbstbewußtsein. Dann ein Spätsommer und Herbst mit fast täglichem Radfahren! Tat  super gut! Und nun? Ausdauertraining auf dem Heimtrainer und Kieser. Wie wird´s jetzt im Frühjahr werden? Ansatz beim Herbst oder schmutzige Filme im Kopf? – nee, die gibt´s nicht mehr. Sonst wär ja hoffentlich wieder der Christian da zum Auffrischen?
Jedenfalls 1000 Dank und für alle die sowas vorhaben: Traut euch so einen Kurs zu machen, wenn ihr wirklich fahren wollt, es lohnt sich!

Tschuldigung, ist ein bisschen lang geworden, Grüße!

Maria E. Heising

Fahrrad fahren lernen mit Mitte 50

Lieber Christian,

wie Gestern besprochen noch mal, schriftlich, meinen herzlichen Dank an Dich.

Es sind jetzt 2 Jahr, dass ich durch die Zeitung vom Kurs „Fahrrad fahren lernen“ erfuhr.
Zu dem Zeitpunkt, mit Mitte 50, hatte ich mit dem Thema eigentlich bereits abgeschlossen.
Zwar bedauerte mein Mann immer wieder, dass wir keine gemeinsamen Touren unternehmen könnten aber das Risiko, mir in meinem Alter die Knochen zu brechen, wenn ich es versuchen würde, erschien mir zu hoch.

Andererseits mit einem Kurs, durch Kurse habe ich ja schon einiges gelernt, könnte ich ja vielleicht mal versuchen. Ich hatte Glück und bekam einen der gefragten Plätze. Und dann tatsächlich, hier war ich durchaus nicht die Älteste, es gibt viel mehr Menschen, denen es so geht wie mir, als ich dachte.

Die nächste Überraschung war dann Deine Art uns das Fahrradfahren beizubringen. Es erinnerte mich oft an das Buch vom Pferdeflüsterer. Noch heute denke ich ans „hin und weg“ und ähnliche Anweisungen und zum Begin meiner Kariere als Fahrradfahrer hat mir eigentlich am Meisten geholfen, dass Du uns immer wieder gesagt hast, einfach anhalten und absteigen, wenns eng wird oder ihr Angst bekommt.

Nach dem Kurs hat mir dann natürlich auch mein Mann sehr geholfen ein inzwischen recht sicherer
Radfahrer zu werden, der besorgt um mich kreiste und meinen Weg sicherte.

Inzwischen habe ich viele Wege in meiner Heimat per Rad erkundet, die ich nie zuvor gesehen habe, trotzdem ich hier schon lange wohne. Es ist als hätte ich einen Raum zum ersten Mal betreten, der schon immer da war.

Vielen Dank also nochmals und Du wirst ja sicher auch weiterhin vielen Menschen zu ähnlichen Erlebnissen verhelfen.

Ilona

Es war Frühling 2008

Es war Frühling 2008 und ich sah wieder viele Menschen fahrradfahren. Es bewegte wie immer mich Fahrradfahren zu lernen. Ich googlete und fand unter viele Webseiten die Webseite von ADFC, wo C. Burmeister die Fahrradschule für Erwachsene betreut.

Fahrradfahren war und ist einer meiner Lieblingssportart, was ich immer lernen wollte.

Ich komme aus Afghanistan und lebe seit 16 Jahren in Bundesrepublik Deutschland. Fahrradfahren war ein Kindheitswusch/-traum von mir, es war an der Zeit mit 29 Jahren endlich das Fahrradfahren zu lernen. Die Fahrradschule von C. Burmeister war eine Tür für meine Hoffnung und meine langjährige Wunsch zu verwirklichen.

Im August 2008 stand ich vor C. Burmeister auf dem alten Flughafen im Bonamis und es war der Beginn meiner Hoffnung.
Der 9 tägige Kurs hat mir persönlich sehr viel geholfen und ich habe sehr viel daraus gelernt. Es war keine trockene Unterrichtsstunden, die wir mit C. Burmeister verbringt haben, sondern 9 Tage voller schöner Erlebnisse. Ich lernte in den ersten Tagen, wie ich meine Angst überwinden kann, wie wir ein Gefühl für das Radfahren entwickeln können und wir lernten auch den Unterschied zwischen Kinder- und Erwachsenendenkweise über das Fahrradfahren.
Es war einfach unglaublich, dass ich in den letzten Tagen Fahrrad fahren konnte und dabei keine Angst vor Menschen und die Umstände hatte.

Endlich war mein Traum in Erfüllung gegangen!

Nach 9 tägigen Radschule im August 2008 habe ich bis März 2009 kein Fahrrad gefahren, aber seit April 2009 bei schönem Wetter fahre ich fast jeden Tag Rad. Ich lerne jeden Tag was dazu, wie ich am besten biegen, überholen und etc. kann und wie ich mich im Verkehr verhalten kann. Das alles waren die guten Aussagen und Ratschläge von C. Burmeister für uns, was ich jeden Tag beim Fahren umsetzte. Er sagte: „ Durch Übung und jeden Tag fahren, werdet Ihr viel mehr Sicherheit und Gefühl für das Radfahren entwickeln.“  Und es geschieht auch so, manchmal beim Radfahren etwas Neues auszuprobieren, klingelt die Stimme von C. Burmeister mir in den Ohren, dann muss ich lächeln und verhalte mich nach seiner Empfehlungen nach.

Ich wünsche mir genau so einen Lehrer wie Christian Burmeister zu haben  bei allen anderen meine Lieblingssportarten und Sprachen, die ich noch vor habe zu lernen.
Frankfurt am Main, 26. August 2009

Fahrradfahren ein Stück Lebensfreude

Lieber Christian,
ich möchte mich noch mal bei Dir für alles bedanken. Es klingt vielleicht verrückt, aber ich hab durch’s Fahrradfahren ein Stück Lebensfreude gewonnen. Ich will nicht pathetisch klingen, aber es ist wirklich so! Ich danke dir auch für deine besondere Art, den Menschen etwas beizubringen. Du vermittelst dabei so ein Gefühl, als ob man nichts neues lernt, sondern sich nur an etwas erinnert, was man schon längst konnte. Und, man merkt es selber nicht, aber man fängt dadurch an, an sich und eigene Kräfte zu glauben. Es ist sehr viel Wert …

Wir fahren jetzt alle sehr oft Fahrrad (mit Daniel im Kindersitz) und freuen uns auf den kommenden Sommer!
Ich wünsche Dir alles Gute und viel Freude und Glück im Leben! Yan läßt Dich grüßen!

Mit herzlichen Grüßen

Maria

„Du kannst nicht Fahrrad fahren – lass es. Ist nicht Dein Ding!“

Wenn man – wie ich – so einen Satz oft genug im Leben hört, glaubt man irgendwann selbst daran. So vergehen die Jahre, man findet sich damit ab und begräbt seinen Traum.
Für mich kam der entscheidende Impuls, es doch noch zu versuchen, durch die Arbeit mit den Kindern. Als Grundschullehrerin erlebe ich täglich wie neugierig und aufgeschlossen Kinder sind. Und wie unbefangen sie Sachen angehen. Diese Eigenschaften teile ich auch mit den Kindern. Ich wollte meiner Klasse die Freude machen, bei der nächsten Fahrradprüfung mitfahren zu können. So kam es, dass ich einen Fahrradkurs für Erwachsene besuchte.
Diese zwei Wochen intensiven Lernens gaben mir die Freude vergangener Kindertage zurück und stärkten zugleich mein Selbstvertrauen als Erwachsene.
Das Fahrradfahrenlernen war für mich wie ein Befreiungsschlag aus dem „Gefängnis“ mitgeschleppter Ängste. Es brachte Bewegung in mein Leben.
Deswegen kann ich es jedem, der immer noch zögert nur empfehlen:
Überwinde Deine Vorurteile, überwinde Deine Skepsis, überwinde Deine Angst, lass Dich darauf ein, setze Dich in Bewegung und Du wirst ungeahnte Weiten entdecken – sowohl wortwörtlich als auch innerlich.
Also: Fass Dir ein Herz und mach den ersten Schritt. Die tausend anderen kriegst Du geschenkt durch die ausgezeichnete Arbeit des Trainers und Lehrers, der Dich in diesen Kursen fachmännisch und menschlich auf sehr hohem Niveau begleitet.

Ein Erlebnisbericht

Ich muss einräumen, ich hatte Glück!

Bei mir attestierte man im Kindesalter Gleichgewichtsstörungen. Also deshalb! Deshalb konnte ich nicht Fahrradfahren! Freunde, Verwandte, Bekannte, alle hatten Verständnis und/oder Mitleid, aber NIEMAND sagte mir: Ist doch ganz einfach, ich zeig es dir! Ich habe allerdings gehört, anderen ist es anders ergangen…

Gleichwohl nagte es immer in mir: Warum konnten andere etwas, was mir nicht gelingen wollte. Und irgendwie wäre es doch wirklich schön, mit der Lieben oder anderen netten Leuten durch die Gegend zu radeln.
Dann, mittlerweile mehr als 48 Jahre nach meiner Geburt, las ich auf der Homepage von Christian einige Dinge, die ich zuvor so nicht mit Fahrradfahren in Zusasmmenhang gebracht habe. Das machte mich neugierig. Ich nahm also meinen Mut zusammen und rief ihn einfach an. Das Thema Gleichgewichtsstörungen überging er einfach, sagte nur, dass er daran nicht so recht glauben würde. Also meldete ich mich an und schlich an 1. Unterrichtstag gesenkten Hauptes auf den wunderschönen und großzügigen Übungsplatz. Christian stellte sich und anschließend wir uns vor. Dann kam der erste Satz von vielen, die mir im Laufe des Kurses zu denken gaben: Ich kann euch das Redfahren nicht lehren, vielmehr müssten wir Körper und Geist dazu bewegen, dass sie uns das Radfahren ermöglichen. Die Substanz dafür würden wir wohl mitbringen. Er warb um Vertrauen, auch wenn uns einige seiner Übungen am Anfang etwas merkwürdig vorkommen würden. Und dann ging es los …
Wenn mir jemand im Vorfeld gesagt hätte, ich würde Rollerfahren lernen und gezeigt bekommen, wie man in Roller einsteigt, mit ihnen über Brettchen fährt, durch sie durchsteigt, auf ihnen das Gleichgewicht hält, Turnübungen macht, mit ihnen in die Richtung fährt, in die man möchte und sie schließlich auch noch dazu bewegt, einen wieder KONTROLLIERT aussteigen zu lassen, nun ja, ich weiß ehrlich geagt nicht, was ich gedacht hätte. Aber, gesagt getan, uns wurden sämtliche Übungen vorgemacht und der Sinn der Übung erläutert. Es war nicht nur höchst anschaulich, nein, es war sogar erfolgreich und mit einer Menge Spaß verbunden. Über Klappräder, die zunächst als Laufräder genutzt wurden, und mit denen wir auch wieder höchst merkwürdige Sachen machen sollten, ging es weiter zu „richtigen“ Fahrrädern, also solche mit Pedalen und so. Durch das Training mit den Rollern hatten wir (Christian würde an dieser Stelle vermutlich sagen „unser Rückenmark in Verbindung mit der Großhirnrinde“) so etwas wie eine Vorstellung, wie es ist, uns auf zwei Rädern fortzubewegen. Aber auch hier standen erst einige Übungen an, die für Außenstehende und solche, die meinen, sie könnten Fahrradfahren, etwas seltsam wirken könnten. Wenn andere meinen, die Kunst des Fahrradfahrens bestehe darin, auf dem Sattel sitzend das Gleichgewicht zu halten und in die Richtung zu lenken, in die man will, ojé, so blauäugig war ich auch mal. Bevor es auf die Räder mit Pedalen ging hörten wir erstmal einen „Vortrag“, der mich eher an an eine Szene aus dem Film „Dirty Dancing“ mit Patrick Swayze und Jennifer Grey erinnerte. Dort wieß Patrick „seine“ Jennifer auf die jeweiligen Tanzbereiche hin: Dies ist mein Tanzbereich; dies ist dein Tanzbereich! Was das mit Fahradfahren zu tun hat? Wusste ich vorher auch nicht, aber auch so ein Fahrrad hat einen Bereich, den man als den seinen respektieren sollte. Fragen Sie doch mal die Personen, die ihnen angeblich das Fahrradfahren hätten schon längst beibringen können, nach dem dem Fahrrad zuzubilligen Bereich. Haben Sie im Vorfeld schon mal etwas vom Autopiloten beim Fahrrad gehört? Wissen Sie, was unter: „Schwupp-Diwupp“ zu verstehen ist, oder das es auch beim Fahrradfahren Situationen gibt, in denen man NEIN sagen und auch danach handeln sollte? Das sind alles Übungen, die ÜBERLEBENSWICHTIG sind, denn ich habe gelernt, dass die Kunst des Fahrradfahrens nicht darin besteht, sich auf dem Rad zu halten, sondern mit den Füßen wieder SICHER auf die Erde zu kommen. Das ist nicht nur eine Frage des kontrollierten Bremsens, das kann ich Ihnen nach diesem Kurs versichern. Wir haben während des Kurses die unterschiedlichsten Übungen gemacht und Christian wurde nicht müde, uns die Wesentlichen immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Seine (im positiven Sinne!) als höchst eigene Art zu bezeichnende Gestaltung des Trainings unseres Ichs (Geist und Körper) zur Einräumung der Möglichkeit des Fahrradfahrens war stets anschaulich, leicht nachvollziehbar, zuweilen witzig aber immer zielführend und, auch das gilt es hervorzuheben, stets individuell. Wenn jemand noch nicht so weit war, wurden mit demjenigen andere Übungen gemacht, als mit dem Rest der Gruppe. Apropos Gruppe: Wer schon mal einen Volkshochschulkurs besucht hat, hat bestimmt schon mal das (schöne) Gefühl kennengelernt: Unterschiedliche Leute aus unterschiedlichen Ländern aber mit demselben Ziel. Es ist einfach gut!
Zuletzt noch eine Bestätigung: Christians Logo heißt ja: moveo ergo sum (Ich bewege (mich), also bin ich). dem kann ich nach Teilnahme an seinem Kurs nur hinzufügen: stimmt (oder: quod erat demonstramdum -was zu beweisen war-).

Matthias, ein rundherum zufriedener Verkehrsteilnehmer auf 2 Rädern